Feiertagsdebatte im HAZ-Forum: ein Bericht

Bürger und Verbände fühlen sich bei Entscheidung nicht mitgenommen

Auf das Podium des HAZ-Forums am Mittwochabend des 7. Februar wurden Vertreter einiger Religionsgemeinschaften, der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber und der Humanisten geladen.

HAZ-Forum zum neuen Feiertag

Am Reformationstag bzw. an der bisherigen Entscheidungsfindung hatten – bis auf den Vertreter der evangelischen Kirche, Arend de Vries – alle Podiumsgäste Kritik zu üben. Prälat Felix Bernard vom katholischen Büro hegte gegenüber dem aus seiner Sicht eher spaltenden Reformationstag Bedenken. Diese seien seiner Beobachtung nach bei Ministerpräsident Weil leider auf wenig Gehör gestoßen. Michael Fürst, Vertreter der Jüdischen Gemeinden, lehnte den Reformationstag schlicht ab. Sein Eindruck der Anhörung bei Ministerpräsident Weil war ähnlich, dass nämlich die Entscheidung für den Reformationstag längst gefallen sei.

Sowohl der Präsident des Humanistischen Verbandes Niedersachsen, Guido Wiesner, als auch Mehrdad Payandeh, DGB Bezirkschef, bevorzugten einen weltlichen Feiertag. Ihre Vorschläge wurden vom Publikum mit Beifall bedacht. Überhaupt war es der Tenor der Publikumsbeiträge, dass ein Feiertag gewünscht wird, zu dem die Bürger einen Bezug haben, bei dessen Auswahl sie daher auch beteiligt sein wollen. Nicht zufällig entsprachen praktisch alle Terminvorschläge aus dem Plenum weltlichen Anlässen, die Bedeutung für alle Bürger in Niedersachen haben und nicht nur für einen Teil der Christen, die sich auf Luther berufen.

Bei der spontanen (nicht repräsentativen) Umfrage des Moderators Conrad von Meding wollten weniger als 10 % auf einen weiteren arbeitsfreien Tag verzichten. Von den anderen wünschte sich die Hälfte einen Tag ohne religiösen Bezug, jeder Dritte den Reformationstag und jeder Zehnte einen anderen religiösen Feiertag.

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