Q – Krimi und High Noon am Ende des Mittelalters

Der historische Reformations-Thriller als szenische Lesung in Hannover und Oldenburg
Am 24. und 25. Oktober bringt ein hochkarätiges Schauspielerensemble die szenische Lesung an beide Spielorte, die die Zeit des Renaissance-Humanismus und der Reformation aus einer – besonders im „Lutherjahr“ – ungewöhnlichen Perspektive erleben lässt. Auch die Veranstaltungsform unterscheidet sich von den Humanistischen Foren und Vorträgen, wie unser Verband sie in der Regel durchführt.

Die Handlung

1517–1555: Fast vierzig Jahre ist er, der so oft seinen Namen zu wechseln gezwungen ist, dabei. Keine fromme oder unfromme Ketzerei lässt er aus. Keinen Aufstand gegen die klerikale und fürstliche Macht verpasst er. Als Vertrauter Thomas Müntzers wird dessen Credo – „alles gehört allen“ – auch zu seinem. Die Niederlage im Bauernkrieg (1525) lässt ihn als einen der wenigen Überlebenden zurück. Bei den Wiedertäufern trägt er die Verantwortung zur Verteidigung der Stadt Münster, aus der das neue Jerusalem werden soll. Er feiert mit, bei den ausgelassenen Festen der Siege; er wird Zeuge der Verwandlung revolutionärer Ambitionen in religiösen Wahn, beim Umschlag von Befreiung in Terror; er wandert durch „das Europa der gescheiterten Aufstände“, durch verlorene Schlachten und Niederlagen, die Verzweiflung erzeugen und Resignation nahelegen. Wo immer er involviert ist, ist auch ein Zweiter zugegen. Unerkannt und zunächst nur als eine vage Ahnung. Der Spion der Kurie und Agent der Inquisition, der seine Briefe mit „Q“ unterzeichnet, der dem Kardinal (und späterem Papst) Gianpetro Carafa nicht nur über die papstfeindlichen Machenschaften berichtet, sondern auch einwirkt, vielleicht sogar anwesend ist, vielleicht sogar alle Rebellion ins Unglück lenkt? Diesem Phantom zu begegnen, von Angesicht zu Angesicht, um die Opfer zu rächen, wird zur fixen Idee des Aufrührers … Krimi und High Noon am Ende des Mittelalters!

Inszenierung

Thomas Ebermann und Berthold Brunner. Ensemble: Denis Moschitto, Jörg Pohl, Ruth-Marie Kröger, Matthias Kelle, Sebastian Straub

Dokumentation der Premiere im Mai 2017 und mehr Informationen: www.rosalux.de/Q

Aufführung in Hannover

24. Oktober 2017, 20:00 Uhr im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4.

Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse des Kulturzentrums Pavillon (www.pavillon-hannover.de/). Eintritt regulär 11,– Euro, ermäßigt 8,– Euro/Aktivpass 5,50 Euro an der Abendkasse. Karten im Vorverkauf kosten 10,80 Euro, inklusive Hin- und Rückfahrt ÖPNV (üstra).

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Niedersachsen in Kooperation mit Kulturzentrum Pavillon, Bildungswerk ver.di Hannover, Humanistischer Verband Niedersachsen – Landesverband und Ortsverband Hannover, Asta Uni Hannover.

Aufführung in Oldenburg

25. Oktober 2017, 20:00 Uhr im Kulturzentrum Alhambra, Hermannstr. 83.
Karten im Kulturzentrum Alhambra Oldenburg.
Nähere Informationen demnächst hier.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Niedersachsen in Kooperation mit Kulturzentrum Alhambra Oldenburg, Humanistischer Verband Niedersachsen/Landesverband, Rechtshilfe Oldenburg

Q – das Buch

Q, das Buch

Das Werk des linken Kollektivs Luther Blissett, das sich heute Wu Ming nennt, war in Italien „die literarische Sensation der Saison“ (Süddeutsche Zeitung). Es vermittle „eine Ahnung vom epochalen Drama jener Zeit“ (FAZ). Das Anliegen der Autoren ist, „eine Art von Gegengeschichte zu erzählen, eine subversive Praxis des Geschichtenerzählens zu vollziehen.“ (Literaturkritik.de) Der Roman wurde in achtzehn Sprachen übersetzte.

„Q“
Luther Blissett
Verlag: Assoziation A
704 Seiten, Paperback
19,80 Euro

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